Selbsthilfe

Im Jahre 1982 wurde von Gottfried (Conny) Vry die Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen. Diese Gruppe wird nach wie vor von Conny betreut und geführt.

Gemeinschaft kann wie eine Burg sein, die einen schützend aufnimmt. Mit Burg meine ich nicht nur die christliche Gemeinde, sondern ebenso die Familiengemeinschaft, die Gemeinschaft am Arbeitsplatz, die Gemeinschaft der Freunde. Um das Burgtor zu solch bergender Gemeinschaft aufzuschließen, braucht man einen Schlüssel. Aber nicht jeder Schlüssel passt, um das Burgtor zu öffnen und in solch bergende Gemeinschft einzutreten.

Ich kenne vier Schlüssel, die sich besonders eignen, Gemeinschaft zu erschließen. Der erste heißt „danke“, der zweite heißt „bitte“, der dritte „vergib mir“ und der vierte „ich vertraue dir“. Wo solche Worte zwischen Menschen gewechselt werden, tut sich Gemeinschft auf. Taubheit und Stummheit, Verschlossenheit und Teilnahmslosigkeit nehmen ein Ende. Dann schaut man sich ins Gesicht und kehrt sich nicht mehr den Rücken zu.

In der Gemeinschaft der Selbsthilfegruppe können nicht nur Menschen,deren eigener Suchtmittelkonsum ihnen Sorgen bereitet, Unterstützung und Hilfe finden. Auch ihre Partner, Eltern, Kinder, Freunde und Kollegen treffen auf offene Ohren für ihre Nöte.

Sie erleben eine Gemeinschaft von Menschen, denen es ähnlich ergangen ist. Durch sie lernen sie, sich selbst zu helfen, wieder Sinn und Spaß am Leben zu entdecken.

Wer nach der Flasche, nach der Droge oder Tablette greift, schreit in Wahrheit um Hilfe. Er stillt nicht den Durst nach Alkohol, sondern er stillt eine Sehnsucht. Er will für eine Weile vergessen, dass er ein Versager ist. Das Mittel kann wechseln, die Methode ist bei jedem anders, aber eines ist immer das Gleiche: Der Süchtige versucht, seinem Problem davonzulaufen, es zu kaschieren. Er übertreibt eine Sache, um Anderes zu verbergen.

Drogen und Alkohol sind Pflaster auf Wunden, die nicht heilen wollen. Wie heißt unser Pflaster? Welches sind unsere Wunden?

Erschreckende Zahlen geben zu denken und die Qualen eines Alkoholikerlebens sind schwerlich in Worte zu fassen. Das Leid der Menschen im sozialen Umfeld eines Süchtigen hat Ausmaße angenommen, die eine erschreckende, krankmachende Wirkung aufzeigen. Es liegt an uns, der Realität des Alkoholproblems offen zu begegnen. Für Beschönigungen, Bagatellisierungen, Unachtsamkeit und Augenwischerei ist die Zeit zu knapp geworden. Die Alkoholkrankheit oder die Gefährdung durch hohen Alkoholgenuss ist keine Schande. Der Irrglaube, dass diesem Zustand ein Makel anhaftet, hilft uns nicht weiter. Wenn wir uns und unseren Angehörigen, Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen nicht mehr aus eigener Kraft helfen können, wenn wir uns verunsichert fühlen oder uns die Kräfte versagen, gibt es Rat und Hilfe.

Gottfried (Conny) VryDiesen Rat und diese Hilfe findet man in der regelmäßíg stattfindenden Gruppenarbeit der Selbsthilfegruppe unserer Gemeinde, die von Gottfried (Conny) Vry geleitet wird. Sie können jederzeit Kontakt über unser Gemeindebüro aufnehmen.