Abschied von den Ältesten

Manche hatten sich dran gewöhnt.
Andere fanden es immer komisch.
Und wer das Wort noch nie gehört hatte, wurde stutzig und fragte nach:
„Du bist WAS?“

Ältestenprediger.

Wer sind denn die Ältesten?
Ganz einfach: die Mitglieder des Kirchenrats, die Kirchenältesten (auf gut Griechisch: Presbyter).
Wer aus diesem Kreis zur Predigt berufen wurde, war eben Ältestenprediger.

Komisches Wort, gute Sache.
Es geht um Menschen, die im Gottesdienst predigen, ohne eigens dafür Theologie an einer Hochschule studiert zu haben - die aber kirchlich ausgebildet und in den Dienst der öffentlichen Verkündigung berufen wurden.

Alle Kirchen der Reformation kennen dieses Ehrenamt.
Es hat nur verschiedene Bezeichnungen: In unseren lutherischen Nachbargemeinden gibt es Prädikantinnen und Prädikanten. In anderen Landeskirchen ist von Laienpredigern oder Hilfspredigern die Rede. Nur bei den Reformierten gab es immer Ältestenprediger.

Wer dieses altertümliche Wort nicht von klein auf kennt, stößt sich daran.
Und deshalb gab es in unserem Kreis schon lange den Wunsch nach einer neuen Amtsbezeichnung. Eine Mehrheit hat sich dafür ausgesprochen, einfach die Ältesten aus dem Namen zu streichen. Und um eine Verwechslung mit hauptamtlich Predigenden zu vermeiden, gibt es noch den formalen Zusatz „im Ehrenamt“. Wir drei (Anita Beermann, Annegret Bückmann, Lukas Speckmann) sind jetzt also

Predigerin/Prediger im Ehrenamt.

Der landeskirchliche Ausschuss hat in den vergangenen Monaten das entsprechende Kirchengesetz zur Ausbildung und Tätigkeit der Predigerinnen und Prediger im Ehrenamt gründlich bearbeitet. Es wurde zusammen mit der neuen Amtsbezeichnung am 5. März 2021 von der Gesamtsynode beschlossen.

Lukas Speckmann

 

Zurück